Was hat sich in deiner Region in den letzten Jahren verändert? Auf diese Frage erzählen uns Menschen von aufgegebenen Gasthäusern, die Engagierte nun gemeinsam wieder öffnen. Sie erzählen von kommunaler Energieversorgung, Waldschäden durch Trockenheit und sich wandelndem Tourismus. Wir hören davon, wie gute Ideen im Sand verlaufen und so manches Problem ganz anders gelöst wird. Menschen erzählen über ihre Regionen – darüber, was sie gemeinsam geschafft haben, was sich momentan verändert und darüber, was die Zukunft bringen könnte. Lassen sich aus diesen Geschichten neue Bilder von Zukunft entwickeln?
Veränderungsgeschichten
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Viele Geschichten folgen einer wiederkehrenden Struktur. Daher haben wir ein Muster entwickelt, mit dem sich Schritt für Schritt gemeinsame Zukunftsgeschichten schaffen lassen. So entstanden auch die Geschichten auf dieser Website: In vier Regionen kamen engagierte Menschen bei Workshops zusammen und nutzten ihre eigenen Erfahrungen als Ausgangspunkt – im Wissen, dass Veränderung aus dem wächst, was bereits da ist.
Viele der Veränderungserzählungen werden über Medien, Politik und den Austausch in der Öffentlichkeit weitergetragen. Warum nicht die eigene Geschichte einer wünschenswerten Zukunft erzählen? Gerade wenn sie sich aus lokalen Haltungen, Selbstverständnissen und Erfahrungen speisen, können sie die Grundlage dafür bilden, Veränderungsprozesse anzustoßen und die Zukunft mitzugestalten. So trägt jede Erzählung zur Zukunft bei.






30.5.2026
Open Neuland
Groß Döbbern
4.–6.9.2026
ÜBERLAND
Festival Görlitz
29.09.2026
Zukunftslab.Ruhr
Bochum
Parallel zur Ausstellung entsteht ein Buch. Anfang 2027 erscheint die Publikation zum Thema Veränderungsgeschichten. Dafür sammeln wir eure Inhalte auf den ersten Bannern sowie neue Geschichten aus weiteren Werkstätten. Unsere Publikation ist kostenfrei und kann über die Wüstenrot Stiftung bestellt werden.
Ob Deichbau, die Öffnung einer Grenze, die Schließung eines großen Werkes oder die Überwindung von Armut – davon wird noch Jahre später erzählt. Durch Geschichten, die frühere Veränderungen erzählen, können wir verstehen, wie Erlebtes in Gegenwart und Zukunft hineinwirken.
In den Gesprächen über Veränderungen in der Region entstehen Metaphern und Vergleiche, die das, was schwer in Worte zu fassen ist, als Bild auf den Punkt bringen. Diese gedanklichen Bilder ermöglichen es, anders, losgelöst vom Einzelfall, über regionale Veränderung zu sprechen. Und: Sie wecken die Fantasie, neue Bilder der Zukunft zu entwickeln.
In den Geschichten über Regionen wird indirekt auch erzählt, wie Bewohner*innen mit Veränderungen umgehen und was ihr Handeln prägt. Sie beschrieben, welche Strategien, Routinen und Werte in der Region gelebt werden. Diese Botschaften haben eine starke Wirkung auf regionale Veränderungsprozesse. Richten wir unseren Blick auf sie, wird beispielsweise nachvollziehbar, warum einige verharren oder abwarten, während andere selbstbewusst und aktiv gestalten. Auch mit Blick auf die Zukunft ist es sinnvoll, an diese Kernbotschaften als Ansatzpunkt für Veränderung anzuknüpfen.
Wir alle kennen Zukunftsbilder mit utopischen Hochhausstädten, begrünten Fassaden, Flugtaxis und Einkaufsdrohnen. Anders als solche Zukunftsbilder vom Reißbrett über eine weit entfernte, technikgetriebene Zukunft, erzählen Geschichten von Menschen, die praktisch Gesellschaft gestalten. Statt dem „Was“ und einem fernen Ziel stehen das „Wie“ und der gemeinsame Weg im Vordergrund. Wir sehen, dass beispielsweise viele Zukunftsgeschichten von einer wachsenden Selbstwirksamkeit berichten. Oder Veränderung oft mit kleinen Aktionen beginnt, damit, etwas anders zu machen als bisher.
Wenn Menschen gemeinsam Geschichten der Zukunft entwickeln, spielen sie mit verschiedenen Möglichkeiten, was geschehen könnte. Dadurch entsteht eine Idee davon, wie man Sachen angehen könnte. Erwartbare Hindernisse und Rückschlägen können gedanklich abgewogen und womöglich umgegangen werden.
Viele der Veränderungserzählungen werden über Medien, Politik und den Austausch in der Öffentlichkeit weitergetragen. Warum nicht die eigene Geschichte einer wünschenswerten Zukunft erzählen? Gerade wenn sie sich aus lokalen Haltungen, Selbstverständnissen und Erfahrungen speisen, können sie die Grundlage dafür bilden, Veränderungsprozesse anzustoßen und die Zukunft mitzugestalten. So trägt jede Erzählung zur Zukunft bei.
Über drei Jahre hinweg haben wir vom Thünen-Institut für Regionalentwicklung e. V. und der Wüstenrot Stiftung mit Passant*innen, die wir zufällig auf der Straße getroffen haben, mit Vereinsmitgliedern, Unternehmer*innen, Bürgermeister*innen, Verwaltungsmitarbeiter*innen und anderen Akteuren aus vier Regionen über Veränderungen gesprochen: dem Altenburger Land, Nordfriesland, der nördlichen Oberpfalz sowie dem Werra-Meißner-Kreis.
Für die Entwicklung der Zukunftsgeschichten entstand ein Vorgehen, das Schritt für Schritt durch den Prozess leitet. Hilfreiche Impulse bietet dabei das Kartenset des REGIO Katasters sowie die Landmaschine durch inspirierende Lösungen für lebenswerte Regionen.